Steuerliche Situation

Die steuerliche Absetzbarkeit der für die Betreuung anfallenden Kosten variiert in Abhängigkeit Ihrer Position als Vertragspartei. Sind Sie Auftraggeber oder Leistungsempfänger der vereinbarten Betreuungsleistungen und möchten nähere Informationen über den Kostenumfang der 24-Stunden Pflege erhalten, schauen Sie sich bitte die folgenden beiden Beispiele an.

Diese Auftragssituation liegt unter anderem vor, wenn sich Kinder um die 24-Stunden Pflege ihrer Eltern kümmern. Die Kosten für diese Variante der Pflege und Betreuung werden laut § 33 EStG berechnet. Dieser Paragraph (vgl. hierzu http://bundesrecht.juris.de/estg/__33.html) beinhaltet die Regelung, dass die finanziellen Aufwendungen für den Pflegeservice in Form einer außergewöhnlichen Belastung steuerlich berechnet werden. Eine so genannte ‚zumutbare Belastung’ wird in diesem Steuermodell ebenfalls berücksichtigt.

Polnischen Pflegekräfte und steuerliche Möglichkeiten

1. Fallbeispiel: Sie beauftragen ein Unternehmen zur Erfüllung der Betreuungsleistung, sind aber nicht der Empfänger

Wir gehen von dem Fall aus, dass Sie verheiratet sind, zwei Kinder haben und über ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von rund 60.000 Euro verfügen. Einer Ihrer Familienangehörigen ist pflegebedürftig und benötigt die Hilfe von einer ausgebildeten Pflegekraft. In diesem Praxisbeispiel beschränkt sich die zumutbare finanzielle Belastung für Sie zur Pflege Ihrer Familienangehörigen auf vier Prozent. In Anbetracht Ihres zu versteuernden Einkommens belaufen sich die durch Sie zu entrichtenden Kosten auf insgesamt 2.400 Euro (60.000 Euro x vier Prozent).

Fällt Ihre Wahl auf eine 24-Stunden Betreuungskraft aus Polen über eine Vermittlung der Curando Pflege GmbH, entsteht für Sie ein monatlicher Brutto-Betrag von 1.740 Euro. Dementsprechend müssen Sie mit einem jährlichen Gesamtbetrag von 20.800 Euro rechnen, wenn Sie von dem Betreuungsservice das gesamte Jahr hinweg profitieren möchten. Da der § 33 EStG nun Beachtung findet, verringert sich das zu versteuernde Einkommen um insgesamt 17.480 Euro (20.880 Euro abzüglich 2.400 Euro). Dementsprechend müssen Sie anstatt der Summe von bisher 60.000 Euro nur noch 42.520 Euro versteuern. Findet der Durchschnitts-Steuersatz von etwa 30 Prozent Berücksichtigung, können Sie mit einer monatlichen Steuer-Rückerstattung von rund 437 Euro rechnen. Dieser Geldbetrag basiert auf der Rechnung: 30 Prozent x 17.480 Euro = 5.244 Euro. Dieser Betrag entspricht einer monatlichen Erstattung von 437 Euro.

 

2. Fallbeispiel: Sie sind der Auftraggeber und Empfänger des Betreuungs-Services in einer Person

Den Betreuungs-Service setzen Sie in diesem Fall gemäß § 35a Abs. 2 EStG ab. Dieser Paragraph beinhaltet die steuerrechtliche Regelung zur ‚Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen sowie Handwerkerleistungen’. (vgl. auch http://bundesrecht.juris.de/estg/__35a.html)

Gemäß diesem Paragraph sind Sie berechtigt, einen maximalen Anteil in Höhe von 20 Prozent all Ihrer geleisteten finanziellen Aufwendungen für ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis für etwaige Betreuungsservices abzusetzen. Ebenso beinhaltet dieser Paragraph, dass sich der Maximalbetrag, den Sie unmittelbar von Ihrer steuerlichen Last absetzen dürfen, auf 4.000 Euro beläuft.

Wir beschreiben folgenden Praxisfall:

Wir gehen von durchschnittlichen Rentenwerten aus, durch die Sie eine Einkommenssteuer von jährlich 5.000 Euro bezahlen müssen. Unterschreiben Sie einen Dienstleistungsvertrag für eine 24-Stunden Pflege bei der Curando Pflege, werden Ihnen monatliche Kosten von 1.740 Euro in Rechnung gestellt. Sind Sie auf diesen Betreuungsservice während des gesamten Jahres angewiesen, entstehen Ihnen innerhalb eines Jahres Kosten von 20.880 Euro. Wird die steuerliche Gesetzgebung berücksichtigt, sind Sie berechtigt, ein Maximum von 4.176 Euro (20 Prozent von 20.880 Euro) von der Steuerlast abzusetzen. Da sich der Höchstbetrag jedoch auf 4.000 Euro beläuft, reduziert sich Ihre steuerliche Verpflichtung bei einer vollständigen Beanspruchung der Pflegeleistungen von insgesamt 4.000 Euro auf 1.000 Euro.

In Anbetracht dieser juristischen Vorgaben verringern sich die monatlichen durch Sie zu entrichtenden Kosten für den Service von jährlich 4.000 Euro auf 333,33 Euro monatlich. Im Gegenzug profitieren Sie durch die Beauftragung des Betreuungspersonals von steuerlichen Ersparnissen von 4.000 Euro im Jahr. Weiterhin möchten wir Sie an dieser Stelle darauf hinweisen, dass eine Minuserstattung nicht möglich ist. Beläuft sich die jährlich durch Sie zu entrichtende Einkommenssteuer auf weniger als 4.000 Euro, wird Ihnen im Umkehrschluss auch nicht der komplette Betrag erstattet. Das bedeutet, dass Ihnen auch nur eine Erstattung von 2.000 Euro zusteht, wenn Sie einen jährlichen steuerlichen Anteil von 2.000 Euro bezahlen.